Umstellung auf WordPress

23. April 2009 at 22:13

Eigentlich war ich mit Serendipity sehr zufrieden, doch durch die kleine Community tat sich da leider wenig. Beim Suchen nach Alternativen blieb ich schlussendlich bei WordPress hängen.

Sicherlich ist WordPress nicht das allerbeste System, doch das Konzept ist ganzheitlich, die Sicherheitsbedenken sind dank Update-Funktion nicht mehr so wie früher und durch die große Community gibt es einfach Plugins für fast alles.

Die Umstellung war alles andere als Einfach und brauchte wohl 2 Wochen meinen Freizeit (und da war das lange 4-Tage-Osterwochenende mit drin).

Was getan werden mußte:

Altes Blog aufräumen:

Im alten Serendipity Blog haben sich viele Spaß-Artikel gesammelt, da mein Blog aber keine Konkurrenz zu lustich.de & Co werden sollte, habe ich diese wieder rausgeworfen.

Bilder eingefügt

Damit das künftig etwas schöner wirkt, habe ich zu jedem Eintrag ein passendes Bild gesucht, zugeschnitten und eingebunden. Das Blog sah dadurch schon viel fröhlicher aus. Künftig werde ich das so beibehalten.

Import aller Artikel nach WordPress

Nachdem WordPress nicht automatisch von Serendipity importieren kann, habe ich ein Plugin dazu im Netz gesucht. Leider wurden viele Kleinigkeiten nicht korrekt übertragen (S9Y-Kommentare, Attribute von Bildern, Pfadangaben, …), so das alle Artikel danach nochmal überarbeitet werden mußten.

Import aller Kommentare nach WordPress

Das Übertragen ging dank Plugin fast von selbst, dummerweise wurden die Kommentare dann jedoch den falschen Artikeln zugewiesen. Und da WordPress je Artikel auch die Anzahl der Kommentare zählt (statt in der Datenbank live zu schauen, wie viele Kommentare da sind), mußten nicht nur die Artikel-IDs der Kommentare, sondern auch die Anzahl der Kommentare bei den Artikeln korrigiert werden. Viel viel Arbeit… :(

Übertragen der statischen Seiten

Leider gab’s hier kein Plugin, also mußten alle statischen Seiten manuell kopiert werden. Dummerweise nutzen der Serendipity-Editor und der WordPress-Editor unterschiedliche Tags, (b – strong, center – p + align), so dass auch hier leider viel mehr Arbeit als nur ein Copy&Paste entstand.

Apache mod_rewrite

Wie oft haben micht veraltete Links im Web schon gestört. Daher habe ich mit mod_rewrite alle URLs der alten Artikel so umgeschrieben, dass sie auf die neuen leiten. Wer jetzt also

/blog/2008/12/17/Mehrere-Konsolen-mit-Screen.html

öffnet, wird per HTTP-Status 301 (Moved Permanently) automatisch auf die neue Seite

/2008/12/mehrere-konsolen-mit-screen/

umgeleitet.

Das ganze gilt nicht nur für die Blog-Artikel, sondern auch für die statischen Seiten und die RSS-Feeds. Es sollten also keine Link-Probleme durch die Umstellung entstehen.

Die /files Section

Zu oft bestand das Problem, jemanden eine Datei zukommen lassen zu wollen, was in der modernen Welt oft gar nicht so einfach ist (100 MB gehen meist nicht per Mail, nicht jeder kann einen FTP-Client bedienen, …).

Da alle Bilder und verlinkte Dateien im Blog eh öffentlich einsehbar sind, habe ich den /files Ordner gleich ganz aufgemacht (Apache mod_autoindex) und hier eine Struktur zum Ablegen von Files und Links gebastelt.

Dabei habe ich dort auch gleich direkte Links zu den Smileys gesetzt (inkl. Description, welche die Smileys als img-Tag direkt anzeigt), weil mir das beim schreiben eine sehr schnelle Übersicht bietet, wenn ich mal ein Smiley nicht persönlich kenne ;)

Zur Verwaltung habe ich mir dann auch noch ein Upload-Tool installiert, mit dem ich auch gleich die Bilder zuschneiden kann, damit die Bearbeitung von Einträgen künftig nicht mehr unbedingt ein lokales Bildbearbeitungsprogramm erfordert.

Was ich hier gelernt habe: Es gibt etwas 1.000.000 Upload-, Image-, und File-Manager, aber nahezu nichts davon ist brauchbar. Entwickler dieser Welt, strengt euch mal an! ;)

Tiny Tiny RSS

Ein neues Tool, welches ich gerade teste: Tiny Tiny RSS (TTRSS). Ein netter kleiner Online-RSS-Reader mit einer coolen Funktion: Man kann gelesene Artikel auf den Status „Publish“ setzen. TTRSS bietet dann wiederrum einen RSS-Feed an, der alle Artikel mit Status „Publish“ enthält.

Diesen Feed habe ich im Blog (rechts im Menü: Blogroll: Empfohlene Artikel) eingebunden. In dieser Kombination ist es mir jetzt also möglich, gelesene Artikel, die mir gefallen, per Klick auf meiner Seite zu verlinken und so durch eine gute Zusammenstellung interessanter Artikel einen Mehrwert für meine Besucher zu bieten.

Sozusagen ein Human Aggregator :D

Anpassungen an WordPress

2 kleine Patches, damit mir der Überblick leichter fiel, Design finden, Plugins suchen, installieren, testen, einige wieder wegwerfen, und und und. Auch der Part hat echt Zeit gekostet.

Was ich aus sicherheitstechnischer Sicht wieder mal sehr schade fand: Eine Limitierung der Logins pro IP und Zeit gibt’s nur per Plugin, einen deutlichen Hinweis bei der Installation oder im Admin-Interface dazu habe ich vermisst. Kein Wunder, wenn Kiddies mit unsicherem Passwort und dem ersten eigenen Blog per Brute Force gehackt werden. Sowas sollte heute Standard sein!

ABER – und das sei mal lobend erwähnt: Ich hatte mit keinen WordPress Plugin solchen Ärger wie andere Content Management- oder Blog-Systeme. Die meisten Plugins und Widgets klickt man an, klickt dann auf Install und sie laufen.

Anpassungen am Design

Das inove Design hat mir ja voll gefallen. Was mich aber in die totale Verzweiflung gestürzt hat war die obere Leiste: Sie zeigt wahlweise die Blog-Kategorien oder die statischen Seiten an. Hat man jedoch viele Seiten, bricht die Leiste aus dem Design aus.

Nun bietet das Design an, hierarchische Seiten als DHTML-Menü anzuzeigen, jedoch brechen lange Seitennamen dann auch aus dem Design. Gut, man kann Seiten ganz ausblenden, dann verschwinden sie jedoch auch im Plugin, welches die Artikel rechts im Menü anzeigt, was ja auch nicht sinnvoll ist.

Das gewünschte Ergebnis, dass einige Seiten oben (Impressum, …) und einige Seiten rechts (Fachartikel) stehen, war echt nur durch böses tricksen möglich – aber immerhin gab einen Weg ;)

Nun ist alles vollbracht!

Zumindest kenne ich mich nun mit WordPress 100%ig aus :-) Viel Spaß also mit dem neuen Blog!

PS: Nicht vergessen: Neue RSS-URL im Reader eintragen!

Der Butschek hat jetzt ein Blog!

1. September 2008 at 09:00

So, es ist soweit:

Ich starte mit diesem Eintrag mein eigenes Blog!

Viele meiner Bekannten wird es wundern, wie ich nun dazu komme – war ich doch früher mal ein Gegner der Selbstbeweihräucherung im Internet. Aber meine Ansicht zu Blogs hat sich geändert, wohl auch durch viele gute Beispiele, die nicht nur unnütze Inhalte Ihres Lebens ins Netz stellen, sondern echtes Know How liefern.

Ein weiterer Punkt für eine Blog-Software was die Strukturierung meiner Homepage, mit der ich ja nun seit Jahren permanent unzufrieden bin. So oft wollte ich schon einen Artikel ins Netz stellen, was jedoch meist daran scheiterte, dass neben dem Tippen des Textes auch noch das Veröffentlichen eine Rolle spielt.

Eine Blog-Software bietet dann wirklich den schnellsten Weg: Text eingeben, Tags eingeben, fertig. Alles weitere – die Einsortierung Datum und Name der Überschrift, eine Tag-Übersicht, Veröffentlichung durch RSS, …, alles nicht mehr mein Job.

In meinem Blog kommt übrigens die Software Serendipity zum Einsatz. Das Wort Serendipity bezeichnet eine zufällige Beobachtung von etwas ursprünglich nicht Gesuchtem, das sich als neue und überraschende Entdeckung erweist, vereinfacht also einen glücklichen Zufall.

In etwa das war die Software auch für mich. Ich konnte mich irgendwie nie für ein Blog-System entscheiden, waren die einen zu komplex, die anderen wiederum konnten zu wenig. Die alten Bekannten waren mir durch die ständige Anwesenheit in den Security Reports unlieb geworden. Eigentlich brachte der Markt nicht viel her – bis ich Serendipity kennen lernte.

Das System nutzt neben einer einfachen und sehr klaren Datei- und Verzeichnisstruktur eine ebenso saubere Struktur in der Datenbank. Das Grundsystem ist einfach gehalten und daher sehr schlank, Plugins bieten jedoch fast unendliche Möglichkeiten. Auch die Schnittstellen sind so, wie sich ein Hobby-Programmierer dies vorstellt. (Bei Interesse: Eine Liste weiterer Features ist direkt auf der Startseite des Projekts zu finden)

PS: Scheinbar haben die Entwickler längst eingesehen, dass das Wort Serendipity nicht für die Allgemeinheit taugt. Darum wird oft die Kurzform S9Y (S + 9 weitere Buchstaben + Y) gewählt. So heißt auch die Domain des Projekts nicht Serendipity, sondern einfach nur s9y.org.

So, seid gespannt, was mein Blog noch bringen wird –  ich bin’s auch :cool: