Browser Sicherheit: Prefetching

25. Januar 2009

Prefetching nennt sich der Vorgang, bei dem der Browser die Links einer Seite schon mal vorläd, damit ein Klick des Anwenders dann zum schnellen Seitenaufbau führt. Firefox nutzt Prefetching standardmäßig, dies ist z.B. im Firefox-Wiki dokumentiert:

Link-Prefetching ist eine Technologie, mit der verlinkte Webseiten schon im Voraus geladen werden.

Zur Zeit wird dieses Feature nur von wenigen Webseiten benutzt, es wird allerdings schon von Google (http://www.google.de) verwendet, um die Suchergebnisse im Hintergrund zu laden, damit diese schneller geladen werden können.

Für den Anwender ein nettes Feature, doch kann es schnell zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen, z.B. wenn die eigene IP-Adresse in Logfiles von Seiten auftaucht, die man selbst nie besucht hat. Auch dies ist dokumentiert:

Ein Problem beim Link-Prefetching ist, dass Seiten heruntergeladen werden, die vielleicht gar nicht aufgerufen werden.

Leider ist das dem normalen Anwender nicht bekannt, wenn er Firefox installiert. Doch Prefetching läßt sich abschalten: Einfach ‘about:config’ öffnen und network.prefetch-next auf false setzen. Schon ist’s mit dem Vorladen vorbei. Ich nutze es übrigens schon lange und habe in der Geschwindigkeit nie einen Unterschied bemerkt.

IT , ,

Fork-Bombe

5. Januar 2009

Das letzte Thema des vergangenen Jahres war Krieg, daher fangen wir dieses Jahr mit einer Bombe an: Eine Fork-Bombe.

Das Prinzip funktioniert so: Man öffnet auf einem System so viele Prozesse wie möglich, bis der Rechner nicht mehr in der Lage ist, mehr Prozesse zu öffnen. Das Ergebnis ist, dass die Maschine danach faktisch tot ist.

Klar, das will man nicht machen, ist auch nur ein witziges Beispiel, wie leicht eine solche Fork-Bombe in der Linux Shell zu basteln ist.

Und so geht’s: In der Bash lassen sich Funktionen durch name(){ code; } definieren und später mit Ihrem Namen aufrufen:

list(){ ls -Alh; }
list

Ruft man nun in der Funktion die Funktion selbst 2x auf, so ergibt dies wenige Millisekunden nach dem Start der Funktion sehr viele Prozesse – ein Standard-Linux bleibt in diesem Fall nahezu stehen:

list(){ list|list; }
list

Noch gemeiner wird es, wenn man die Funktion nicht ‘list’ nennt, sondern einfach nur Unterstrich (_) und den Aufruf mit einem Strichpunkt trennt, so dass es nur eine Zeile ergibt:

_(){ _|_; }; _

Unscheinbar, aber kann bei korrekter Eingabe (Leerzeichen beachten!) echt Probleme bringen. Also nicht starten, wenn der Rechner gerade noch benötigt wird :)

Was ich übrigend auch witzig finde:

(
echo -ne "x42x5ax68x39x31x41x59x26x53x59x1bx24x1dxf7x00x00"
echo -ne "xc2xffxf7xf6x71x80x80x53x20x60x60x7fx42x58x30xa0"
echo -ne "x40x10x04x40x71x60x80x41x20x40x64x00x00x94x00x01"
echo -ne "x00x20x00x90x30x00x00x00x03x41xa0x0dx00xd0x08xaa"
echo -ne "x44xc4x69x89xa3x68x8dx19x34xc4x31x36xa6x9ex27x90"
echo -ne "x52x90x19x00x7bx31x00xc2x1ex6ax95x2ax59x82xb9x00"
echo -ne "x72xaax56xa9xc1x52x79x7cx80x61x52xa5xe0x19x7bx80"
echo -ne "x76x54xa9xf5xfdx15x4dxc0x3exbcx55x36x4fx44xcax99"
echo -ne "x3axaax71x8fx00x1ax15x39x80xc9x37xdaxa4x3ax75x9a"
echo -ne "x89xd5x3ax2ax5bx4fxbcx55x21x64xaax9ex0ax91x8axa6"
echo -ne "x00x1axbbx71x5axa9x5axa5x96xffx8bxb9x22x9cx28x48"
echo -ne "x0dx92x0exfbx80"
) | bunzip | bunzip > outfile

Macht nichts schlimmes, legt nur ein outfile an – aber was für eins :-)

Fun, IT, LST , , ,

Nutzungsbedingungen in deutscher Sprache…

26. Dezember 2008

Schön, wenn ein Anbieter sich die Mühe macht, für deine deutschen Publikationen auch deutsche Nutzungsbedingungen zu schreiben. Schade nur, wenn der Inhalt vom amerikanischen Mutterkonzern übersetzt wird und dann sowas dabei rauskommt:

Diese Publikation wird als “as is” zur Verfügung gestellt, ohne jegliche Garantien, weder ausdrücklich noch impliziert, einschließlich, aber nicht ausschliesslich implizierter Garantien der Handlelsfähigkeit, Eignung für einen Gewissen Zweck, oder nichtverletzung von Verträgen.

Alles klar?

Fun ,

Datum und Uhrzeit mit date

24. Dezember 2008

Das date Kommando ist ziemlich vielseitig. Ein Aufruf ohne Parameter zeigt das aktuelle Datum samt Uhrzeit an.

# date
Wed Dec 24 12:00:00 CET 2008

Mit dem Parameter -d läßt sich eine Uhrzeit für die Ausgabe festlegen:

# date -d "1975-01-10 12:00:00"
Fri Jan 10 12:00:00 CET 1975

Das erscheint anfangs wenig sinnvoll, doch läßt sich die Zeit auch relativ zur aktuellen Zeit angeben:

# date
Wed Dec 24 12:00:00 CET 2008

# date -d "1 hour"
Wed Dec 24 13:00:00 CET 2008

# date -d "1 hour ago"
Wed Dec 24 11:00:00 CET 2008

# date -d "1 day"
Thu Dec 25 12:00:00 CET 2008

# date -d "1 day ago"
Tue Dec 23 12:00:00 CET 2008

Leider nicht in der Manpage aufgeführt, da es erst in aktuellen Versionen dazukam, daher oft von Admins gesucht: Auch ein Unix Timestamp kann als Eingabe genutzt werden. Dazu ist das at-Zeichen voranzustellen:

date -d @158583600

So, nun geht’s daran, die Ausgabe festzulegen. Welche Eingabesequenzen welche Ausgabe erzeugen, verraten die MAN-Pages von date. Ein paar davon wären:

%d: day of month (e.g, 01)
%m: month (01..12)
%Y: year
%H: hour (00..23)
%M: minute (00..59)
%s: seconds since 1970-01-01 00:00:00 UTC (=Unix Timestamp)

Die Eingabesequenz beginnt mit einem Plus-Zeichen, hier hätten wir ein Beispiel in Deutscher Notation:

date "+%d.%m.%Y, %H:%M Uhr"

Die Kombination ist auch möglich: Ein Datum eingeben und in anderem Format wieder ausgeben.

date -d "1975-01-10 12:00:00" "+%d.%m.%Y, %H:%M Uhr"

Und auch hier ist wieder der Unix Timestamp möglich:

date -d "1975-01-10 12:00:00" "+%s"

Oder andersrum, Timestamp als Eingabe, Datum als Ausgabe:

date -d @158583600 "+%d.%m.%Y, %H:%M Uhr"

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Mehrere Konsolen mit Screen

17. Dezember 2008

Mit screen kann man auf einer Textkonsole mehrere Konsolen starten, die man dann per Tastenkombinationen wechseln kann.

Das ist natürlich schön, wenn man gerade per SSH im Editor steckt und nebenbei noch was nachsehen will, ohne jedesmal eine neue SSH-Sitzung zu öffnen. Der ganz große Vorteil von Screen dürfte aber sein, dass Screen beim Abbruch der SSH-Verbindung die laufenden Programme nicht unterbricht, da sich der Nutzer später wieder per ’screen -a’ mit der laufenden Sitzung verbinden kann. Dafür dürfte jeder dankbar sein, der schon mal kurz vor Ende eines 5h-Jobs einen 24h-Kick vom Provider bekam.

Die Installation unter Debian und Ubuntu erfolgt mit aptitude install screen. Ich empfehle danach in der /etc/screenrc noch folgende Zeilen aufzunehmen:

startup_message off
hardstatus alwayslastline "%H: %-Lw%{= BW}%50>%n%f* %t%{-}%+Lw%< "
bindkey -k k7 prev
bindkey -k k8 next

Die erste Zeile sorgt dafür, dass Screen sofort startet. Zeile 2 blendet unten am Bildschirm eine Leiste mit allen offenen Sessions und den jeweiligen laufenden Programmen ein. Die Ausgabe des Hostnamens hilft außerdem bei Remote-Sitzungen, schnell den richtigen Rechner zu finden. Die letzten beiden Zeilen binden den Wechsel zur vorherigen / nächsten Konsole auf die Tasten F7 / F8 – so ist die Bedienung etwas einfacher.

Mit ‘[STRG]+[a] :title name’ läßt sich für jede Konsole der Name frei setzen. Mit ‘[STRG]+[a] [c]‘ (Connect) läßt sich eine neue Konsole starten. Beendet wird sie unix-typisch einfach mit ‘exit’ oder per [STRG]+[d]. Eine Hardcopy des aktuellen Bildschirminhalts gibt’s mit ‘[STRG]+[a] [h]‘ und mit ‘[STRG]+[a] [?]‘ erscheint eine kurze Hilfe.

Besonders interessant für längere Jobs: Mit ‘[STRG]+[a] [d]‘ (Disconnect) läßt sich eine Screen-Sitzung beenden, jedoch läuft Screen und alle gestarteten Programme weiter. Diese läuft sich später mit ’screen -a’ wieder aufnehmen. Mit ’screen -x’ kann sich sogar ein zweiter und dritter Benutzer dazuschalten – nett, um jemanden auf der Shell etwas zu zeigen.

IT, LST , ,